Ausgabenbasierte Emissionsberechnung (Spend-based Approach) - Definition
Der Spend-based Approach ist eine Methode zur Ermittlung des CO2-Fußabdrucks (vor allem im Scope 3), die finanzielle Ausgaben als Datenbasis nutzt und Emissionen durch Multiplikation mit branchenspezifischen Emissionsfaktoren berechnet.
Wie der Spend-based Approach funktioniert
Das Kernprinzip lautet: "Follow the money." Ausgaben aus der Finanzbuchhaltung (in Euro) werden mit branchenspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert - z.B. "0,3 kg CO2 pro Euro für Bürormöbel".
Vor- und Nachteile
Stärken: Der primäre Vorteil liegt in der Einfachheit. Daten aus der Finanzbuchhaltung können direkt übertragen und mit Datenbankwerten multipliziert werden. Das ermöglicht Geschwindigkeit, klare Emissionsdokumentation und potenzielle Automatisierung durch Systemschnittstellen.
Einschränkungen: Die Genauigkeit ist geringer, da Preisschwankungen (z.B. Inflation) CO2-Berechnungen nicht automatisch anpassen. Die Methode berücksichtigt auch keine besonders nachhaltigen Produkte mit verifizierten CO2-Fußabdrücken.
Vergleich mit aktivitätsbasiertem Ansatz
Aktivitätsbasierte Systeme mit tatsächlich gemessenen Werten erfordern mehr Aufwand, liefern aber überlegene Präzision. ESG Lift empfiehlt einen hybriden Ansatz: Spend-based als Ausgangspunkt, schrittweise Übergang zu aktivitätsbasierter Berechnung für die wichtigsten Emissionsquellen.
