Wasserentnahme - Definition & Erklärung
Wasserentnahme bezeichnet die Entnahme von Wasser aus natürlichen oder künstlichen Quellen zur betrieblichen Nutzung. Sie ist eine zentrale Umweltkennzahl im ESG-Reporting und relevant für Lieferkettenanforderungen und Kreditbewertungen.
Was zählt als Wasserentnahme?
Wasserentnahme umfasst alle Mengen, die ein Unternehmen für Produktion, Kühlung, Reinigung oder Sanitärzwecke bezieht - unabhängig von der Quelle (Grundwasser, Oberflächengewässer, öffentliche Netze oder Regenwassersammelanlagen). Abzugrenzen ist dies vom Wasserverbrauch, der nur den Teil bezeichnet, der nicht direkt in den Wasserkreislauf zurückgeführt wird.
Warum Wasserentnahme für KMU relevant ist
Lieferkettendruck (CSRD-Effekt): Große CSRD-berichtspflichtige Unternehmen müssen Umweltkennzahlen ihrer Lieferanten offenlegen, darunter Gesamtwasserentnahme und standortspezifische Stressrisiken.
Green Asset Ratio: Banken müssen ihre Green Asset Ratio offenlegen. Wasserkennzahlen helfen bei der Bewertung physischer Klimarisiken und langfristiger Standortstabilität.
Operatives Risiko durch Wasserknappheit: In wasserarmen Regionen können Produktionsunterbrechungen und steigende Wasserkosten entstehen - Wasser wird so zu einem strategischen Kosten- und Risikofaktor.
Einordnung im VSME-Standard
Wasser ist im EFRAG Voluntary SME Standard (VSME) unter dem Modul "Umwelt (B6)" als Umweltaspekt anerkannt, besonders relevant für wasserintensive Geschäftsmodelle oder Betriebe in wasserstressgefährdeten Regionen.
